
Die Erklärung von Familiennamen in Deutschland ist oft spekulativ, denn ihre Entstehung reicht meist sehr weit zurück. Beim Namen Federschmid(t) liegt
es allerdings nahe, an eine Berufsbezeichnung zu denken wie bei vergleichbaren
Familiennamen Kupferschmidt, Messerschmitt usw. Die
Vorfahren der Federschmid(t) wären also irgendwann einmal Schmiede gewesen, die sich auf die
Herstellung eines bestimmten Produkts spezialisiert hatten: auf „Federn“. Damit sind nicht die Blattfedern aus Stahl gemeint,
die seit dem 19. Jh. von den modernen „Federschmieden“ für den Eisenbahn- und Fahrzeugbau hergestellt wurden
(siehe z.B. hier), sondern Klingen, für deren Verarbeitung „Federschmiede“ früher einmal zuständig waren
(siehe z.B. hier).
Noch heute werden die typisch geformten Übungsschwerter für den Fechtkampf
oder die Spieße, die zur Wildschweinjagd verwendet wurden, als „Federn“ bezeichnet.
Ob es aber schon in mittelalterlicher Zeit eine derartige berufliche Spezialisierung auf "Federn" gab, dass daraus ein Familienname werden konnte? Merkwürdig ist vor allem der eng begrenzte lokale Ursprung
dieses Familiennamens:
Nur im fränkischen Dörflein Sammenheim ist er seit etwa 1500 n.Chr. belegt und alle anderen Vorkommen dieses Namens lassen sich dorthin zurückführen.
Weil das Naheliegende nicht immer das Zutreffende sein muss, halte ich auch eine
ganz andere Entstehung nicht für ausgeschlossen. Etwa durch eine Kombination der beiden (in Franken in alter Zeit schon breit belegten) Namen Feder/Vetter mit Schmied/Schmidt?
Wer weiß...
Bilder: Übungsfechten mit Fechtfedern und Wildschweinjagd mit Saufedern. Darstellungen aus dem 16. Jh, Quelle: Wikipedia